Den Hamburger Schulen ist es in Zukunft freigestellt, ob sie
den Kindern Druck- und Schreibschrift, oder nur noch die sogenannte
Grundschrift beibringen. Begründet wird das mit einer Erleichterung für
die Schüler: "Die Kinder müssen nicht mehr zwei Schriften erlernen, die
sehr weit voneinander liegen", so der Hamburger Schulbehörden-Sprecher
Peter Albrecht.
Der
Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, geht
davon aus, dass mit der Einführung einer neuen Schrift die Sitution nur
noch unübersichtlicher wird. "Die individuellen Ausprägungen der
Schreibung werden zunehmen, und am Ende wird sich die Lesbarkeit
erschweren", sagte Kraus der Zeitung "Die Welt". Kraus ist zudem der
Überzeugung, dass das Schreibenlernen für Kinder mit der neuen Schrift
keinesfalls leichter wird: "Das Schreibtempo wird sich verlangsamen,
weil
jeder Buchstabe einzeln geschrieben werden muss und keine schwungvollen
Verbindungen dazwischen sind." Zudem müsste das Schreibgerät, ob Füller
oder Kugelschreiber, oft angehoben werden. "Das führt zu einer
Verkrampfung in der Schreibmotorik."
Quelle:
"Die Welt" vom 2.7.2011.