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Bildung
geht nur mit Anstrengung –
Wie
wir wieder eine Bildungsnation
werden
(Rezension
von Tade Peetz,
IVL-Schleswig-Holstein)
Der
DL-Präsident Josef Kraus hat wieder einmal ein Ausrufezeichen gesetzt.
Mit der
nun vorgelegten Schrift „Bildung geht nur mit Anstrengung“
räumt Kraus
auf verblüffend einfache Art und Weise mit den Weisheiten der so
genannten
Bildungsexperten der Medien, der Parteien und der PISA-Vor- und
Nachbeter auf.
Wie
ihm das so einfach gelingt? Er fasst das in Worte, was jeder Lehrer
weiß, gegen
die in Sonntagabend-Talkshows und in der Tagespresse unter dem
Deckmantel von
pseudowissenschaftlichen Halbwahrheiten oder ideologischen Lügen
vorgeschriebene Leitmeinung.
Er
findet die Worte, die in jedem Lehrerzimmer fallen, aber mittlerweile
als
politisch inkorrekt gelten, obwohl das Modewort „Transparenz“ durch den
Bildungsbetrieb geistert.
Kraus
demaskiert die Illusion der Gleichheit, indem er Unterschiede in der
Begabung
hervorhebt, die selbst der schlimmste Ideologe nicht leugnen kann.
Der
Fetisch der Methoden- und Kompetenzvermittlung wird neben einer
ungeschminkten
Bestandaufnahme des „kindzentrierten Aktionismus“ durch das
Schülerzitat
„Müssen wir heute wieder tun, was wir wollen, oder dürfen wir heute,
was wir
sollen?“ eindrucksvoll entzaubert.
Die
PISA-Hysterie des letzten Jahrzehnts hat uns keinen Schritt weiter
gebracht. Im
Gegenteil: Das ständige Schlechtreden der deutschen Schulen hat
Legenden von
Ungerechtigkeit und Undurchlässigkeit entstehen lassen, die von der
politischen
Linken samt der so genannten Lehrergewerkschaft (was sie mitnichten
ist!)
gebetsmühlenartig wiederholt werden.
Josef
Kraus prangert aber nicht nur an, er macht auch konstruktive
Vorschläge, die so
einfach und klar sind, dass die Bildungsbürokratie nebst o.g. Experten
diese
höchstwahrscheinlich ablehnen werden, da sie nicht dem „Zeitgeist“
entsprechen
– die Aufwertung des Faches Geschichte beispielsweise.
Kraus
plädiert für eine Rückkehr zu einem entideologisierten Menschenbild,
indem er
einem Kapitel die Überschrift „Der Mensch beginnt nicht erst mit dem
Abitur“
widmet. Der medial unterfütterte Wahn um PISA und Quote hat über die
Schulen
hinaus die Gesellschaft erfasst – ein eindeutig destruktiver Irrweg.
Bildung
ohne Erziehung geht nicht – der Autor nimmt die Eltern in die
moralische
Verantwortung und in die gesetzliche Pflicht, und zeigt auf, dass
„unsere
Schulen wie gesellschaftliche Problem-Müllkippen behandelt“ werden.
Kurzum:
Die geplagte Lehrerseele wird durch Kraus’ Aussagen gesalbt und gibt
den
Lehrern wieder Kraft, da sie durch dieses Bändchen erkennen, dass sie
als
„Ewiggestrige“ nicht allein sind und schon gar nicht „falsch denken“.
Die
Zeit war reif für dieses Buch. So können wir wieder eine Bildungsnation
werden.
Tade
Peetz, Pressereferent der Interessenvertretung der Lehrkräfte in
Schleswig-Holstein
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