Der
Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, sieht die
Bildungspolitik
der CDU programmatisch und personell immer mehr auf dem Weg in die
Profillosigkeit.
Zur Ankündigung der CDU, man wolle Haupt- und Realschule zukünftig zu
einer
Oberschule zusammenlegen, sagte Kraus:
„Die
Zweigliedrigkeit des Schulwesens ist ein Irrweg. Zum einen wird auf
diesem Wege
das Profil einer der erfolgreichsten und beliebtesten Schulformen,
nämlich der
Realschule, verwässert. Zum anderen wird die Oberschule keineswegs den
Belangen
und den Förderbedürfnissen der bisherigen Hauptschüler gerecht.
Seltsam
mutet an der neuen CDU-Programmatik auch an, dass zukünftig offenbar
alle
Schulformen zu einer Studierberechtigung führen sollen. Mit dieser
Zielsetzung
diskreditiert die CDU alle älteren und jüngeren Menschen, die ihren Weg
in
Beruf und Gesellschaft über eine solide berufliche Bildung machen. Dies
wird
auch dazu führen, dass sich Studierberechtigung und Studierbefähigung
immer
noch mehr voneinander entfernen.“
Kraus
zweifelt darüber hinaus am konkreten bildungspolitischen
Gestaltungswillen der
CDU. Wörtlich kritisierte er: „Eine CDU, die plakativ den Föderalismus
hochhält
und in sieben der deutschen Länder den Regierungschef stellt, die aber
nur in
zwei dieser Länder das Amt des Schulministers besetzt, hat sich bereits
vor
Jahren aus der Schulpolitik verabschiedet. Damit herrscht hier wie in
manch
anderen Politikbereichen in der CDU die blanke Beliebigkeit.“
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verantwortlich: Anne Schirrmacher, Karen Ullrich (DL)